Pferdesprache richtig deuten

Die Körpersprache

Der Gesamteindruck des Pferdes ist hier dein erster Anhaltspunkt. Ist dein Pferd insgesamt entspannt oder angespannt? Einen guten Gesamtüberblick erhält du, we4nn du es aus einer gewissen Entfernung betrachtest.

Die Haltung der Pferdeohren

Eine deutliche Warnung sind angelegte Ohren und ein insgesamt angespanntes Pferd. Hier sollte umgehend überlegt werden, was das Pferd stören könnte. Bei fremden Pferden reichte es hier meist schon aus, gebührenden Abstand zu halten. Ist das Pferd entspannt, neugierig und hält die Ohren aufrecht, dann ist im Moment alles in Ordnung.

Hinterhand zugewandt

Dieses Zeichen ist eine weit deutlichere Warnung, als „nur“ flach angelegte Ohren. Das Zeigen der Hinterhand. Dreht dein Pferd dir bewusst den Popo zu, ist es im nächsten Moment zum Tritt bereit. Hier solltest du dich zunächst umgehend in Sicherheit bringen, und dir dann überlegen, was dein Pferd dazu gebracht hat. Oft können auch Schmerzen und Krankheit die Ursache für solch bedrohliches Verhalten sein.

Mein Pferd grinst

Zieht dein Pferd die Oberlippe hoch, dann sieht das zwar nach Grinsen aus, bedeutet aber etwas anderes. Mit dieser Lippenposition riecht dein Pferd intensiv, dies wird auch als Flehmen bezeichnet. So können Pferde vor allem Pheromone von Artgenossen wahrnehmen. Hängt die Unterlippe herunter oder kaut dein Pferd genüsslich an etwas, dann ist es entspannt.

Kopfbewegungen des Pferdes

Wirst du sanft mit dem Kopf angestupst, dann fordert sich dein Pferd auf. Etwa die leckere Möhre endlich aus deiner Tasche zu holen?

Eine Abwehrhaltung ist dagegen ein ruckartiges Kopf-Hochwerfern. Hier kann auch ein Tritt oder gar Steigen folgen. Vorsicht ist geboten.

Das Pferd scharrt mit den Hufen

In der Redewendung „Vor Ungeduld mit den Hufen scharren“ steckt Wahrheit. Scharrt dein Pferd mit den Hufen, ist es ungeduldig und kann etwas kaum abwarten. Bei Hengsten zählt es zu den typischen Imponiergehaben gegenüber den Stuten, wenn er auf den Boden stampft oder mit sehr großem Nachdruck scharrt.

Töne eines Pferdes

  • Das Wiehern

Wie bei Katzen auch, domestizierte Pferde wiehern öfter als freilebende Artgenossen. Das Wiehern kann ganz unterschiedliche Bedeutungen haben.
Begrüßung durch sanftes Wiehern (auch blubbern genannt) - Wiehern wird auch zur Überbrückung von Distanzen genutzt. Eine Stute und ihr Fohlen finden sich schneller, wenn beide wiehern. Sind Pferd untereinander weiter entfernt, machen sie sich so aufeinander aufmerksam. Konkurrierende Pferde kündigen einen Angriff an, wenn sie sich schrill wiehernd gegenüberstehen.
Wird eine Stute von einem Hengst bedrängt, sagt sie ihm dies durch schrilles Wiehern. Das kann auch ein Zeichen von Angst sein.
So oder so, wichtig ist, dass du deinem Pferd aufmerksam zuhörst und es genau beobachtest. So lernst du mit der Zeit, dein Pferd genau zu verstehen.

  • Schnauben beim Pferd

Ein Zeichen von Entspannung ist das Schnauben eines Pferdes. Nach einer leckeren Mahlzeit kann dein Pferd abschnauben, da es dann satt und zufrieden ist. Auch kann dein Pferd schnauben, wenn es nach der Arbeit, dem langen Ausritt oder dem Intensivtraining auf dem Platz, wieder auf seine Weide darf – zur Entspannung. Zudem wissen dann seine Artgenossen gleich, dass es ihm gut geht.
Schnauben in kurzen Abständen oder sehr lautes Schnauben zeigt an, dass dein Pferd auf Gefahr aufmerksam machen möchte oder es sehr verunsichert ist. Die Körperhaltung ist in dem Fall entsprechend angespannt.

  • Quietschen der Pferde

Übermütige oder sehr erregte Pferde fangen an zu quietschen. Auch bei ihren fünf Minuten können Pferde anfangen zu quietschen, wenn sie dabei bocken oder sich austoben.

Erkenne Verhaltensstörungen

Auch Verhaltensstörungen können an der Körpersprache eines Pferdes erkannt werden. Dies zeigt sich vor allem durch stereotype, also rhythmisch wiederholende Bewegungen. Hier am weitest verbreitet ist wohl Koppen und Weben.

  • Das Koppen beim Pferd

Beim Koppen wird vom Pferd die untere Halsmuskulatur angespannt und so ein Geräusch erzeugt, das an einen menschlichen Rülpser erinnert. Aufsetzkoppen kommt hierbei am häufigsten vor. Hier setzt dein Pferd dann seinen Unterkiefer auf einem Gegenstand auf, z.B. Gitterstäbe der Box oder auf einem Zaun, beugt den Hals durch und koppt in dieser Position.
Beim Freikoppen dagegen zieht das Pferd den Kopf erst auf die Brust und wirft ihn dann ruckartig nach oben.
So oder so ist Koppen meist ein Zeichen von Langweile.

  • Das Weben beim Pferd

Beim Weben spreizt das Pferd seine Vorderbeine und tritt ununterbrochen von einem Bein auf das andere Bein. Häufiger wird dieses Verhalten bei Vollblütern wie bei Kaltblütern beobachtet. Der Grund ist meist Langweile, zu wenig Beschäftigung und Auslastung, psychische Belastung sowie zu wenig Raufutter wie Heu und Stroh. Es ist nicht gefährlich für die Gesundheit, zeigt aber, dass dein Pferd in der aktuellen Situation nicht zufrieden ist. Oft hilft hier schon eine Offenstall- Haltung.

Langsam aber sicher Pferde verstehen

Die Pferdesprache zu erlenen gelingt nicht von heute auf morgen. Viel Zeit ist hier zu investieren. Du musst dein Pferd beobachten und es in und auswendig kennen. Die Kombination von mehreren Signalen ist ein sicherer Weg, dein Pferd und seine Körpersprache zu lesen.

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